Dr.Hauschka Anbauprojekt: Georgiens Rosenrenaissance 
Im Sommer 2005 nahm der Biozertifizierer aus Deutschland georgische Rosenfelder unter die Lupe und bestätigte die gute Bio-Qualität. Die Felder gehören der georgischen Firma Kopala 1898, welche Duftrosen biologisch-dynamisch kultiviert und die Blüten mit Wasserdampf destilliert. Das Endprodukt, kostbares ätherisches Rosenöl, ist eine wichtige Komponente der Dr.Hauschka Kosmetik. Die WALA Heilmittel GmbH in Eckwälden, Deutschland, kauft das georgische Rosenöl in Bio-Qualität ein, unterstützt den Aufbau der Rosenplantagen nach biologisch-dynamischen Methoden, gibt Kredite für den Bau einer großen Destille und die Renovierung von Gebäuden und plant, den Aufbau einer medizinischen Erstversorgung in der Rosenregion zu unterstützen.
Kommen und Gehen: Rosen in Georgien
Ramaz Kurtsikaschwili und Warja Leschkascheli, die Gründer der Firma Kopala 1898, knüpfen an ein Stück georgischer Geschichte an, wenn sie heute Duftrosen anpflanzen. Bereits zweimal erlebte das im Kaukasus, zwischen Russland, Aserbaidschan, Armenien, der Türkei und dem Schwarzem Meer gelegene Georgien eine Rosen-Hochblüte. Mit dem Namenszusatz 1898 beziehen sich Ramaz und Warja auf die erste Rosenära. In jenem Jahr beauftragte der russische Zar Nicolai II. den Bulgaren Konstantin Uslow, Duftrosen in Russland anzupflanzen. Mit dem im eigenen Land produzierten ätherischen Rosenöl wollte der Zar sich unabhängig von teuren Importen machen. Uslow befand das damals zum Zaren-Russland gehörende Georgien mit seinem mediterranen Klima als besonders geeignet. Fürst Alexander Tschawtschawadse stellte Flächen seiner Ländereien in Lapankuri in der Region Kachetien (Ostgeorgien) für das Vorhaben zur Verfügung. Dieses Ursprungsland georgischer Rosengeschichte gehört heute zur Firma Kopala 1898.
1921 gliederte die UdSSR Georgien in die Sowjetunion ein. Bis zum Jahr 1935 wuchsen in ganz Georgien auf etwa 1500 Hektar Duftrosen für die sowjetische Parfümindustrie. Die aus Stalins politischen Verfolgungen resultierenden Unruhen ließen 1935 unter anderem die Rosenindustrie in Georgien zusammenbrechen. Die gesamten Rosenbestände des Landes waren dem Verfall preisgegeben.
Nach der Stalin-Ära erlebte Georgien seine erste Rosenrenaissance. 1960 gründete die UdSSR in Napareuli, dem Nachbarort Lapankuris, eine landwirtschaftliche Kooperative mit 300 Hektar Duftrosen und 300 Milchkühen. Napareuli war das Produktionszentrum für ätherisches Rosenöl mit Verwaltungsgebäuden, großen Destillen und Lagerhallen.
Als 1990 die UDSSR zerfiel, brach in Georgien die Energieversorgung zusammen. Ohne Strom versank das seit 1991 unabhängige Land in eine zwölf Jahre dauernde Dunkelheit, jegliche Industrie lag brach und verrottete, so auch die Rosen-kooperative in Napareuli. Die Rosen verwilderten und mussten schließlich Getreide und Mais weichen. Die Bevölkerung überlebte nur durch eigenen Anbau und Kleinhandel.
Die Vision von Rosenduft
Auf dem Weg zum Gelände der ehemaligen Rosenfabrik queren Hirten mit ihren Schweinen und Kühen die schlaglochreiche Straße. Alte Ladas mit Sprüngen in der Frontscheibe überholen brennholzbeladene Pferdewagen. Hinter dem Torbogen zum Fabrikgelände liegen Rosenfelder und verfallene Gebäude zwischen bunten Wiesen links und rechts der alten Baumallee. Ramaz hat das gesamte Gelände vom georgischen Staat gepachtet, ursprünglich mit der Idee, ein Sägewerk aufzubauen. Zu hoher Konkurrenzdruck zwang ihn, das Unternehmen einzustellen. Aber da hatte er schon eine andere Vision.
Auf dem Gelände fand er verwilderte Rosen, deren Duft ihn nicht mehr los ließ. Zusammen mit seinem Freund Warja, der bis 1990 Direktor der Rosenkooperative war, träumte er, eines Tages auf dem Balkon des ehemaligen Verwaltungsgebäudes zusammen mit Freunden inmitten von Rosen zu sitzen. „Überall hier sollen Rosen wachsen, dann können wir beim Essen diesen Duft genießen“, schwärmt Ramaz.
Erste Schritte auf dornigem Weg
Ramaz und Warja schnitten Stecklinge von den alten Rosenbüschen und zogen neue Pflanzen. Für die Sowjetunion gewann die frühere Rosenkooperative das ätherische Rosenöl mithilfe von Kohlefiltern und Lösungsmittelextraktion. Qualitativ minderwertiges Öl war die Folge, eine bessere Methode musste her. Ramaz und Warja fuhren in die Türkei, um dort zu lernen, wie man gutes ätherisches Rosenöl gewinnt. Als die beiden in der Türkei ankamen, war die auf Mai und Juni begrenzte Rosenblüte vorbei. So lernten sie das Destillieren rein in der Theorie. Mit einer Zeichnung im Gepäck kamen sie zurück nach Georgien und ließen von einem Handwerker einen Kupferkessel mit merkwürdig pilzförmigem Deckel bauen: ihre erste Destille.
Die Kunst des Destillierens
Die Nacht war regnerisch und kühl, als Ramaz und Warja bei Kerzenlicht ihre ersten Rosenblüten destillierten. „Die ehemaligen Arbeiter der Rosenfabrik saßen gespannt um uns herum“, erzählt Ramaz. Der Dampf stieg im holzbeheizten Kessel hoch. Er sollte das ätherische Öl der Rosenblüten mit sich führen und hinter der Kühlschlange zusammen mit dem Öl kondensieren. Was herauskam, war eine weißliche, feste Masse. Enttäuscht legten sich die beiden Freunde zum Schlafen neben der Destille nieder. Sie hatten keinerlei Erfahrung mit dem Destillieren und wussten nicht, was sie produziert hatten. Am kommenden Morgen hatte die Sonne die feste Masse geschmolzen, sie war klar und duftete intensiv nach Rosen: ätherisches Rosenöl! Ramaz und Warja freuten sich wie Kinder.
Erste Blüten einer besseren Zukunft
Zwei Jahre suchten Ramaz und Warja vergeblich einen Käufer für ihr ätherisches Rosenöl. Dann schrieb Ramaz an die WALA, nachdem ihm ein deutsches Ehepaar, das zu Besuch in Georgien war, von der WALA und ihrer „Rosenkosmetik“ erzählt hatte. Die WALA untersuchte die mitgeschickte Probe ätherischen Rosenöls in ihrem eigenen Analytik-Labor: Sie war qualitativ einwandfrei. So fuhr im Sommer 2003 das erste Mal der WALA Mitarbeiter Reinhard Büchner nach Georgien, der bereits mehrere Rosenprojekte betreut. Der fand die Arbeit von Kopala 1898 vielver-sprechend, die Zusammenarbeit begann.
Die Rosen kommen zurück
Küken laufen vor Madonna Macharova her, als sie zu ihrem Garten geht. 25 Jahre lang arbeitete sie als Pflückerin für die Rosenkooperative. Seit diese geschlossen hat, mussten sie und ihre Familie allein von den Erträgen ihres Gartens leben. Heute arbeitet sie wieder mit den Rosen und bewurzelt für Kopala 1898 Stecklinge in ihrem Garten. „Ich bin froh, dass die Rosen zurück kommen“, sagt die von der körperlichen Arbeit gezeichnete Frau mit den starken Händen und dem gegerbten Gesicht. Ihr Sohn beaufsichtigt die mittlerweile etwa 20 Arbeiter in der neuen Rosenfirma und achtet darauf, dass sie die Rosen biologisch-dynamisch kultivieren. Wie das geht, hat er von dem Landberater gelernt, den die WALA zweimal im Jahr schickt. Auch Warjas Vater hilft, neue Rosenpflanzen aus Stecklingen zu kultivieren. 30 Jahre lang arbeitete er in der sowjetischen Rosenkooperative, teilweise als Direktor. Heute lebt der 80-Jährige zurückgezogen auf dem Gelände des ehemaligen Milchkuhbetriebs und pflegt die jungen Rosenpflanzen. Als Kind war Warja oft bei seinem Vater in der Fabrik. „Die Rosenzeit war immer etwas Besonderes, dann musste ich nicht in die Schule“, sagt Warja verschmitzt.
Rosige Zukunft
Ramaz und Warja planen derweil weiter in die Zukunft. Mithilfe von Krediten der WALA wollen sie eine große Destille bauen, die Gebäude auf dem Fabrikgelände in Napareuli renovieren, einen Kuhstall anlegen und die 20 Hektar Rosenflächen (Ende 2005) auf 80 Hektar ausweiten. Die WALA unterstützt sie beratend, organisiert die Biozertifizierung nach EU-Richtlinien und hat vertraglich garantiert, das ätherische Rosenöl zu kaufen. Für die Bioqualität gibt es einen Preisaufschlag. Im medizinisch unterversorgten Georgien plant die WALA zusätzlich, eine medizinische Erstver-sorgung für die Dörfer rund um die Rosenfirma aufzubauen. Außerdem will sie einen Ökologie-Lehrer anstellen, der an den Schulen der Rosendörfer die Kinder in ökologischem Handeln unterrichtet. Im Angesicht gedankenlos abgeholzter georgischer Wälder ein wichtiges Thema.
"Gaumardshos"
Beim Abschiedsessen fährt Warjas Familie georgisch reichhaltig auf. Die Georgier essen und trinken gerne viel und gut. Jeder Gast ist für sie ein Geschenk Gottes und wird mit einer Vielzahl unterschiedlicher Leckereien verwöhnt. Was auf keinen Fall fehlen darf, sind die Trinksprüche. Ramaz hebt sein Glas mit georgischem Wein: „Ich trinke auf die Rose und die Liebe. Die Rose als Symbol der Liebe. Und darauf, dass die Rose uns Frieden bringt. Prost – Gaumardshos!“
Ätherisches Rosenöl ist in Dr.Hauschka Kosmetik enthalten in: vielen Mischungen ätherischer Öle, Augenfrische, Eyeliner liquid, Hautkuren, Kajal Eyeliner, Lipliner, Mascara Intermezzo (blau, braun, schwarz), Rosenbalsam, Rosenblüten Deomilch, Rosenblüten Körperöl, Rosenpackung, Rouge Powder Accento.
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