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Dem Speick auf der Spur - vergessenen und wiederentdeckt



Nationalpark Nockberge: Heimat des Speick

Intensiver Geruch, unscheinbares Äußeres – das ist das erste, was man vom Speick wahrnimmt. Doch die knorrige Pflanze mit der kleinen, im Sommer gelb blühenden Blüte hat es in sich: Auf das zentrale Nervensystem wirkt die Heilpflanze beruhigend, während sie zugleich das vegetative Nervensystem anregt. Der Speick entspannt, ohne müde zu machen und belebt Seele, Körper und Geist.

Wer den Speick sucht, muss zunächst viele Höhenmeter zurücklegen und die Baumgrenze der Kärntner Alpen hinter sich lassen. Ab 1800 Meter wird man fündig. Im Naturschutzgebiet des Biosphärenpark Nockberge sammelt der Speick seine harmonisierend wirkenden Kräfte. 

Pflanze mit Tradition
Bereits seit Jahrtausenden gewinnt man das wertvolle Speick-Öl durch schonende Extraktion aus den Pflanzenwurzeln. Im Ägypten des Jahres 500 v. Christus aromatisierte man die Bäder mit Speick und pflegte die Haut anschließend mit dem kostbaren Öl. Jahrhundertelang wurden über Venedig täglich mehrere Tonnen Speick in alle Welt exportiert. 
Bereits im 10. Jahrhundert setzte man die Heilpflanze medizinisch ein. Das Magenleiden des Kaisers Marc Aurel beispielsweise kurierte der Arzt Galen mit Speick. Die Pflanze wurde zwischenzeitlich sogar mit Gold aufgewogen und später extra besteuert. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Speick in die Türkei, nach Syrien und Marokko sowie den Sudan geliefert. 1936 befürchtete man seine Ausrottung und stellte ihn unter Naturschutz. Damit verlor der Speick schlagartig seine wirtschaftliche Bedeutung und geriet in Vergessenheit.

Doch Walter Rau, Gründer von SPEICK naturkosmetik, hat die Pflanze wiederentdeckt. Ab 1928 führte er mit dem „Feinseifenwerk Walter Rau“ die elterliche Tradition der Seifenherstellung fort. Doch statt einer Kernseife zur Wäschereinigung galt seine Forschung einer sanften natürlichen Seife für die Körperpflege. Raus Ziel war es, die aus der Natur gewonnen Rohstoffe dem Menschen nutzbar zu machen. Sein Schwager, ein Hömoopath und Antroposoph, machte Walter Rau auf die besonderen Fähigkeiten der Speickpflanze aufmerksam. Er fand sie im Naturschutzgebiet Nockberge in Kärnten, Österreich.

Auf zwei Familien kommt es an
Schon seit Jahrhunderten wird die Heilpflanze von Hand geerntet – seit 2003 ist der Speick als kontrolliert biologische Wildsammlung (kbW) zertifiziert. Nur zwei Almfamilien im Kärtner Hochgebirge haben die Berechtigung, die Pflanze anzubauen und zu ernten – ein wichtiger Zusatzverdienst für diese Familien.  Und nach dem Motto „Tradition hat Zukunft“ werden die Höfe jeweils von der nächsten Generation übernommen und mit ihm die Speick-Ernte.
Die geernteten Speickpflanzen trocknen sie in Schobern auf den Almen, im Speickwerk in Leinfelden-Echterdingen nahe Stuttgart wird sie nachgetrocknet und weiterverarbeitet. Jedes Produkt enthält eine geheim gehaltene Menge des Speick-Extraktes, der per CO2-Extraktion oder mit einem Alkohol-Glycerinauszug nach kontrollierten Bedingungen für echte Naturkosmetik hergestellt wird. Verschiedene ätherische Öle, Pflanzenextrakte und Wachse, sowie der Speickauszug werden mit rein pflanzlichem Palm- oder Kokosöl oder aus einer Mischung tierischen Öls und Kokosöl zu Seife vermengt.

Geschäftsführer Wikhart Teuffel fährt mindestens ein Mal im Jahr in die Nockberge, um die Qualität zu prüfen, Preise auszuhandeln und sich mit den Almbauern auszutauschen. Denn Regionalität, Nachhaltigkeit, Ökologie und Menschlichkeit sind Begriffe, die man bei SPEICK und von Geschäftsführer Teuffel häufig hört.



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