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Worauf wir beim Kauf von Naturkosmetik achten sollten: Green Washing
 Im Trend: Green Washing
Bio-Granatapfel, Bambus-Extrakt Thermalwasser: Mit solch natürlich anmutenden Inhaltsstoffen werden moderne Kosmetikprodukte gern beworben. Doch nicht überall wo Natur draufsteht, steckt sie auch tatsächlich drin…
Spätestens seit mit der LOHAS-Bewegung "Natur pur" zum Trendthema deklariert wurde, möchten viele auf der grünen Erfolgswelle mitsurfen. Doch frei nach dem Sprichwort "Es ist nicht alles Gold, was glänzt", ist auch nicht alles bio, was vorgibt dies zu sein. Besonders in der Kosmetik wird anhand weniger pflanzlicher Inhaltsstoffe gern kräftig die Werbetrommel gerührt – für Produkte, die ansonsten gänzlich dem Chemiebaukasten entstammen. Deshalb heißt es: Augen auf beim Naturkosmetik-Kauf! naturalbeauty verrät, worauf Sie unbedingt achten sollten.
Das Kernproblem beim Green Washing im Kosmetikbereich: Der Begriff ist gesetzlich weder exakt definiert noch geschützt. Die Folge: Verbraucher werden mit Inhaltsstoff-Auslobungen und strategischen Bildwelten vorsätzlich in die Irre geführt. Slogans wie "inspiriert von der Natur" und Abbildungen von pflanzlichen Extrakten, puren Ölen oder klarem Quellwasser vermitteln, was eigentlich nur echte Naturkosmetik erfüllen kann. In erster Linie sollten Verbraucher da auf ihrem Verstand setzen: Eine stark aufhellende Farbe, die Platinblond ins Haar zaubern soll, ist mit rein natürlichen Mitteln schlichtweg nicht erreichbar – auch wenn die Verpackung groß "Litchee-Extrakt" auslobt, ist da mit Sicherheit Wasserstoffperoxid im Spiel.
Für mehr Sicherheit sorgen Qualitätssiegel. Ihre Richtlinien geben verbindlich Auskunft darüber, was ein zertifiziertes Produkt enthalten darf und was eben nicht. Und das wird nicht nur schriftlich definiert, sondern auch am Produkt überprüft. Hier finden Sie einen Überblick zu den wichtigsten etablierten Naturkosmetik-Siegeln: Das BDIH-Prüfzeichen "Kontrollierte Naturkosmetik" gibt es seit fast zehn Jahren. Produkte, die das Siegel tragen, unterliegen einer unabhängigen und fortlaufenden Kontrolle. Green Washing ist hier tabu: Hinsichtlich der Bewerbung ihrer Produkte haben sich die Hersteller zur Einhaltung eindeutiger Regeln verpflichtet, die verlässliche Angaben garantieren und der Sicherung eines fairen Wettbewerbs dienen. Kosmetik kann das Prüfzeichen zudem nur tragen, wenn mindestens 60 Prozent des Sortiments der dazugehörigen Marke den BDIH-Standard erfüllen. Und was beinhaltet der Standard? Die meisten Rohstoffe von BDIH-zertifizierter Naturkosmetik entstammen dem Pflanzenreich, mit einigen Ergänzungen mineralischen und tierischen Ursprungs. Dabei gilt: Der Einsatz von Stoffen, die von Tieren produziert werden, wie beispielsweise Milch oder Honig, sind gestattet. Rohstoffe aus toten Wirbeltieren jedoch sind nicht erlaubt. Außerdem wird ganz bewusst auf organisch-synthetische Farbstoffe, synthetische Duftstoffe, ethoxilierte Rohstoffe, Silikone, Paraffine und andere Erdölprodukte verzichtet.
Auch der internationale, unabhängige Kosmetikverband Ecocert prüft seit 2002 Kosmetikprodukte auf ökologische und biologische Qualität und hat dafür zwei Labels mit eigenen Kriterien entwickelt: Das Label für "Ökologische und biologische Kosmetik" kennzeichnet Produkte, bei denen mindestens 95 Prozent der gesamten Inhaltsstoffe natürlichen Ursprung sind. Zudem müssen mindestes 95 Prozent der gesamten pflanzlichen Stoffe aus biologischem Anbau stammen. Das Label "biologische Kosmetik" wird für Produkte eingesetzt, bei denen mindestens 50 Prozent der eingesetzten pflanzlichen Stoffe aus biologischem Anbau stammen.
Im September 2007 wurde die Naturkosmetikvertretung NaTrue gegründet. Zu ihren Zielen gehört eine Definition von Naturkosmetik, die sich allein am Interesse des Verbrauchers orientiert. Die Kriterien für die Zertifizierung gehören zu den anspruchsvollsten im gesamten Naturkosmetik-Segment: Laut den NaTrue Grundsätzen soll in einem Produkt immer so viel Natur wie möglich stecken – also die Stoffe möglichst chemisch unverändert sein. Gemäß ihrer Zusammensetzung werden die zertifizierten Produkte in drei Qualitätsstufen eingeteilt und gekennzeichnet: Mit einem Stern steht NaTrue für Naturkosmetik, die grundlegende Anforderungen an natürliche Inhaltsstoffe und ihre Verarbeitung erfüllt. Die Kennzeichnung NaTrue mit zwei oder sogar drei Sternen gibt Auskunft über die enthaltenen Biostoffe - mindestens 70 oder sogar 95 Prozent stammen entsprechend dieser Qualitätsstufen aus kontrolliert biologischer Erzeugung. In Zukunft wird es aber keine Sterne mehr geben. Stattdessen setzt NaTrue auf sogenannte Quick-Response (QR)-Codes, die auf zertifizierte Gesichts-, Körper- und Haarpflegeprodukte aufgebracht werden. Sie ermöglichen den Abruf spezifischer Produktinformationen, wie beispielsweise den exakten Rohstoffanteilen aus kbA. Interessierte erhalten damit auch die Angabe, ob es sich um ein Bioprodukt, ein Naturkosmetikerzeugnis mit Bioanteil oder um Naturkosmetik entsprechend der NaTrue-Definition handelt. Produkte, die das bisherige dreistufige Label tragen, dürfen dies weitere vier Jahre. Während dieser Übergangsfrist wird es parallel zum neuen, vereinfachten Logo am Markt zu finden sein.
Nähere Details zu den hier genannten Siegeln und weitere vertrauenswürdige Naturkosmetik-Label finden Sie im Bereich Wissen auf naturalbeauty.de.

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